Archiv der Kategorie: die das Leben schreibt

Pipi beim DJ-Picknick

Bei uns in Dortmund gibt es seit ein paar Jahren eine sehr schöne Veranstaltungsreihe im Sommer. Jedes Wochenende werden in wechselnden Parks DJ-Pult, Bierwagen, Bratwurstbude und Dixi-Klos aufgefahren für eine Super-Sommer-Party-Sause. Der Eintritt ist frei, weil die Party von den Stadtwerken gesponsert wird. Neulich war das Wetter spitze und der Nachmittag auf der Wiese bei den DJs ein großer Spaß. Doch irgendwann muss jeder mal Pipi. Zusammen mit meinem Freund stellte ich mich in der Schlange bei den Toiletten an. Er war natürlich der einzige Mann, umringt von einer Menge feucht-fröhlicher Frauen. Ihr wisst ja, wie es auf dem Damenklo zugeht. Alle machen sich die Haare, restaurieren die Schminke, helfen sich gegenseitig mit Papiertüchern und guten Tipps. Nun gab es open-air aber keinen „Waschraum“, so daß die typischen Toilettengespräche im Wartebereich vor den Toiletten abliefen. Und mein Freund mittendrin. Ich durfte zuerst ins Häuschen, weil er sich noch etwas in der Schlange amüsieren wollte. Als wir fertig waren, erzählte er, daß nach meinem Verschwinden jemand Pinkelhilfen aus Pappe verteilt hätte. Extra für Frauen. Von so etwas hatte ich noch nie gehört, doch mein Freund, der Frauenversteher, wusste sogar, wie diese Dinger heißen: Urinella. Das musste ich mir bei Google und Wikipedia ansehen.  Brauche ich das? Was meint Ihr?

http://www.stupidedia.org/stupi/Urinella

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Murphys Gesetz hat mal wieder recht.

Heute hatte ich einen freien Tag. Geplant war ein Ausflug mit meiner Mutter zur Karl Lagerfeld Ausstellung in Bonn. Vor ein paar Wochen hatten wir den Trip schon anvisiert, aber erst am Mittwoch hatte ich den Urlaubsschein eingereicht, nachdem ich mich mit den Kollegen abgestimmt hatte. Den Montag hatte ich vorgeschlagen, um erstens ein langes Wochenende zu haben und zweitens hatte meine Mutter am Freitag Geburtstag und mir gefiel die Idee, zeitnah etwas Schönes zusammen zu unternehmen. Beim Geburtstagskaffee erzählten wir ihren Freundinnen von unseren Plänen. Auf einmal meinte eine der alten und weisen Damen, Montags seien doch alle Museen auf der ganzen Welt geschlossen. Vermutlich wollte ich noch nie an einem Montag ins Museum, jedenfalls war mir die Idee überhaupt nicht gekommen. Zum Glück waren wir ja noch nicht unterwegs nach Bonn.

Heute morgen wurde ich von meinem Freund liebevoll geweckt, bevor er mir einen schönen Tag wünschte und zur Arbeit ging. Ich wollte in die Stadt, um bei Fielmann neue Kontaktlinsen zu testen. Es regnete leider, daher blieb das Fahrrad im Keller und ich fuhr ins Parkhaus. Scheinbar waren heute alle, die gerne ins Museum gegangen wären, auf die gleiche Idee gekommen. Fielmann war überfüllt, also ging ich ein paar Stunden shoppen. Später war Fielmann immer noch überfüllt, aber meine Probelinsen waren da und ich wollte es hinter mich bringen. Nach einer guten halben Stunde Wartezeit kam ich dran. Weil sich beim Sehtest zwei Wochen zuvor meine Werte ziemlich stark verändert hatten, wollte ich den Test wiederholen. Daraufhin nimmt die Optikerin erstmal eine andere Kundin dazwischen, weil es bei mir ja dann länger dauern würde. Wieder warten. Dann stellt sie fest, daß ihre Kollegin für mich Linsen bestellt hat, mit denen ich nichts sehen würde, weil die Werte gar nicht passten. Dann will sie mich ungefähr eine Stunde lang zu harten Linsen überreden. Die aber für mich nicht in Frage kommen, weil ich Kontaktlinsen nur an Silvester, Karneval und 2-3 anderen besonderen Gelegenheiten trage. Aus verschiedenen Gründen ziehe ich meine Brille vor. Dann endlich wiederholen wir den Sehtest. Diesmal sind die Werte nicht so stark verändert. Aber für meine Augen gibt es keine Tageslinsen, die Hornhautverkrümmung, Kurzsichtigkeit und auch noch Altersweitsicht ausgleichen. Das hätte ihre Kollegin eigentlich auch wissen müssen. Nach langem hin- und her bestelle ich schließlich einen Satz Kontaktlinsen, die aber nur für die Ferne taugen werden und verlasse erschöpft den Laden. Am Parkhaus werden fast 10,- fällig.

Ich beschließe, noch beim Goldschmied im Vorort vorbei zu fahren, wo ich eine Kette zur Änderung abgegeben hatte. Mein Eindruck, dass der Mann trotz Meisterbrief nicht verstanden hat, was er machen soll, hat sich leider bestätigt. Natürlich hatte er die zusätzliche Öse am falschen Ende der Kette angebracht. Er meint, das lässt sich richten. Ich hoffe es. Sehr.

Dann rief ich meinen Bruder an, um mich auszuweinen. Aber ach, auch er brauchte Trost. Heute wurde sein lange ersehnter Strandkorb angeliefert. In der falschen Farbe.

So freue ich mich jetzt richtig darauf, morgen wieder arbeiten zu gehen und mich nur ein wenig von den Kollegen foppen zu lassen….